Mittwoch, 24. Januar 2018

...der Fluch der Bundeslade - und wie man sich ihm entledigt

Draussen scheint die Sonne. Eine warme Wintersonne. Es ist gerade mild genug, um bereits seit 1,5h bei geöffneter Balkontür, im lila Schimmer meiner Vorhänge, an meinem MacBook Air zu sitzen. Neben dem Notebook steht ein rotes Anker auf dem weissen Tisch. Häshtäg Schwiizerbier. 
Ehe ich mit dem Schreiben dieses Eintrages beginnen konnte, bedurfte es einer Konsultation bei Freund Google. Bilder, aber auch animierte Bilder genannt GIFS mussten gesucht und gefunden werden, einfach um diese Eintragung noch dramatischer zu gestalten und mit Einfältigkeit zu untermalen. Der nächste Unterricht beginnt um 18:30 Uhr. Dies, weil meine Nachmittagsschülerin heute verhindert ist. So bleibt mir Zeit, um ein bisschen zu schreiben.
Ach übrigens, ich habe CHILDREN OF BODOM wieder entdeckt! Deren wunderbarer Melodic Metal dröhnt derweil aus den Lautsprechern meines iPod-Players? Nennt sich dieses Gerät so? Gestern habe ich mit meinem good old Droog darüber philosophiert, wie diese Vorrichtung aus Holz denn eigentlich heisst, in der Schienen eingelassen sind, in die man die Vorhänge einhängen kann. Droog meinte, eventuell Vorhangrahmen. Ich war für Vorhangschienenbrett. Wir wissen es bis heute nicht. Himmel... wie soll das nur herauskommen, wenn ich ab nächstem Monat mein Studium wieder aufnehme? Ich kann mich ja nicht einmal auf meinen eigenen geistigen Erguss fokussieren ohne abzuschweifen. Wie soll ich da, dann 4 Lektionen lang zuhören können? Die Zeit wirds offenbaren... 
Kommen wir nun zum Wesentlichen, noch immer COB hörend. Alexi Laiho ist einfach ein verdammt starker Gitarrist!
Hier möchte ich anmerken, dass ich heute bei meinen Eltern zum Mittagessen eingeladen war. Meine Mutter meinte, sie stelle ein Fluchglas auf. Offenabr habe ich das wunderhübsche "verdammt" zu oft gebraucht.

War nicht jeder von uns schon einmal auf der Suche nach der Bundeslade? Ich denke doch. Die Bundeslade, hier mit Bezug auf Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes, kann man als stellvertretende Metapher für so Vieles aus dem Leben nehmen. Man kann immer dann von der metaphorischen Bundeslade sprechen, wenn man etwas unbedingt gewollt, es schliesslich bekommen hat und danach aber so gar nicht glücklich damit war.

Nachdem ich mich meinem Job, dem Kohleschaufeln in der Hölle, entledigt hatte - oder vielmehr hatte dieser Job sich mir entledigt, war ich auf der Suche nach einem neuen. Es war nicht der Job, der  mir nen Arschtritt als Dankeschön gegeben hatte, vielmehr war es Eidechse. Die Eidechse könnte treffender nicht sein. Ich habe mir diesen Namen aus dem Stephen King Roman "Thinner" geliehen. Cary Rossington, meine Damen und Herren! Aber, lieber Carry Rossington, mit Dir rechne ich später noch ab...😏

Jedenfalls war ich auf der Suche nach der Bundeslade. Dieser goldene Schädel, der mir von Belloq abgenommen worden war, war mir nicht genug. Ich hatte ihn ja nicht mehr. Dafür bekam ich das Amulett und den Stab des Rah. Ich verlangte nach mehr. Dabei hatte ich mit dem Amulett des Rah bereits alles, was ich mir je wünschen konnte. Nur hatte ich das nicht gesehen. Man strebt, ganz Indy-like, nach Reichtum und Ruhm und vergisst alles Irdische dabei. Jedenfalls machte ich mich auf, die Bundeslade zu finden. Aus dem Becher eines Zimmermanns hatte ich ja bereits getrunken (nicht in der Filmreihenfolge, aber wir sind hier beim kreativen Schreiben und nehmen uns diese Freiheit einfach!), der letzte Tempelritter hatte mir sein Schwert überlassen wollen und ich hatte eine Verfolgungsjagd in den Katakomben eines Museums überlebt - trotz einer hysterisch kreischenden Nazischlampe. Also machte ich mich auf, die Bundeslade zu suchen und fand sie dann auch nach kurzer Zeit. Von einer Bekannten hatte ich einen Tipp erhalten, wo sie sich befinden könnte. Und siehe da, sie war da! Diese gottverdammte Bundeslade sollte MEIN sein... 

So in etwa hatte ich ausgesehen, als ich mich ihr genähert hatte. Man könnte auch sagen, als ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hatte: 

Ich hatte die Bundeslade gefunden. Sie stand vor mir. Zum Greifen nah! Sie war mein! Ehrfürchtig nahm ich sie entgegen... behutsam öffnete ich sie... doch... nachdem der schwere goldene Deckel abgehoben worden war, befand sich in der Kiste nichts, denn Sand. 




Kaum hatte ich den Sand der Bundeslade durch meine Finger rieseln lassen, waren seltsame Lichter zu sehen. Sie kamen direkt aus der Bundeslade. Wer Indy gesehen hat (ich bereits damals als Kind - Merci, Erich! Dein Filmgeschmack ist einfach erlesen), weiss um die Gefahr. Ich schloss meine Augen. Ich verschloss meine Augen vor der Realität. Ich war kurz davor zu explodieren. Mein Gesicht sollte zu schmelzen beginnen, doch ich rannte davon, als wäre der Teufel persönlich hinter mir her! Noch ehe mich das hier unten gezeigte Schicksal ereilen konnte, ergriff ich die Initiative:


Ich dachte an Forrest Gump. An Jenny, die immer wieder rief: "Lauf, Forrest, lauf!"

Also rannte ich. "Von dem Tag an, bin ich nirgendwo hin mehr gegangen. Ich bin nur noch gelaufen!"
Schliesslich wurde ich von einer Kugel aus Stein? oder gottweisswas gejagt. Ich wurde gejagt! Gejagt als wäre ich ein verdammter Hai! Na? 😏 Ihr, oh meine Leser, wisst worauf das hinausläuft, wenn Eure werte Schreiberin das Wort "Hai" gebraucht. Genau. Wir kommen zu einer Randnotiz zu oder über JAWS. Ach, was hat Steven Spielberg uns doch gute Filme beschert! Wäre er nicht, wäre meine Kindheit wohl nicht so farbenfroh gewesen... Jedenfalls, fühlte ich mich plötzlich, wie dieser missverstandene Hai in JAWS. Von drei Typen grundlos gejagt. Im Begriff von einer Steinkugel zermalmt zu werden. Na, wunderbar! Es gab nur noch eines! Ich musste da raus! Ich musste raus aus diesem Erdloch! Also rannte ich! Schwang die Peitsche, zog mich über einen Abgrund und kam noch knapp unter einem sich schliessenden steinernen Tor hindurch, ehe ich für alle Ewigkeit Gefangene in diesem Erdloch sein sollte. 


Schliesslich karrte ich die, in eine stabile (mehr oder weniger, denn welche Holzkiste in der Geschichte aller Holzkisten konnte sich je gegen ein Brecheisen behaupten???) Holzkiste verpackte, Bundeslade durch ein brobdingnagisches Lagerhaus. Hier soll sie ruhen. Inmitten meiner anderen ehemaligen Arbeitgeber. Ruhet in Frieden... 


Als die Bundeslade weggekarrt und ich wieder zuhause war, sah mein Gesicht in etwa so aus: 


Wie man sich dem Fluch der Bundeslade entziehen kann:
Macht es wie Forrest Gump. Lauft! Lauft davon! Sobald sich die Lade geöffnet hat und die Geister entwichen sind, kann man nur noch die Augen schliessen. Sind die Geister abgezogen, einen Berg aus Leichen hinter sich lassen, kann man nur noch rennen! 

Sonntag, 31. Dezember 2017

Der letzte Morgen im Jahr 2017...

Guten Morgen, oh meine Leser,

Wir schreiben den 31. Dezember. Jeder von uns weiss, was dies zu bedeuten hat. Wieder liegt ein Jahr im sterben und wird bereits in wenigen Stunden zu Grabe getragen werden. So manch einer wird (oder ist bereits) der Melancholie verfallen. Sinniert über Vergangenes...
Im Fernsehen werden wir mit Rückblicken zugespamt. Die grössten Musikhits 2017, die besten Filme 2017, blabla 2017... Wen interessierts?

Ich habe neulich in einem Buch einen Denkanstoss gelesen. Er verfolgt mich. Sitzt mir im Nacken. Ich werde ihn nicht mehr los:
"Werden wir je wieder lachen?"
"Natürlich! Wir werden wieder lachen. Wir werden nur nie wieder jung sein."
Das Alter ist ein mieser Bastard. Der langsame aber stetige Verfall beginnt eigentlich bereits bei der Geburt. Irgendwann büsst man die Jugend ein. Die wunderbare glatte Haut bekommt erste Fältchen. Das einst so wunderbar braungefärbte Haar ergraut mehr und mehr... man verfällt. Blickt man in den Spiegel, sieht man hin und wieder den Sensenmann mit seiner Taschenuhr. Noch ist meine Zeit nicht gekommen, jedoch rieche den Geruch von Fäulnis. Den Geruch des Todes. Ich werde an einem Herbsttag sterben. An einem perfekten Herbsttag werde ich zu Grabe getragen werden. Sollte ich doch im Sommer den Löffel abgeben, dann lagert meine toten Überreste bitte im TK bis zum Herbst. Danke.
Ein weiteres Jahr ist vorbei. Wenn ich im Internet irgendwo mein Geburtsjahr angeben muss, muss ich nun noch weiter scrollen. Ich suche nach der ultimativen Schönheitsklinik in Seoul. Die Augen... es sind die Augen... ich werde wahnsinnig.
So, genug der überspitzten Dramatik! Dieses elende Gewäsch übers Älterwerden könnte ich stundenlang fortsetzen. Doch Ihr, oh meine Leser, würdet dem ganzen irgendwann überdrüssig.

2017 wird von uns gehen. Es stirbt. In stiller Trauer gedenken wir:

Jahr 2017
(* 01.01.2017 - † 31.12.2017)
in loving memory


OBACHT! HIER FOLGT MEIN BLABLA ÜBER FILME 2017

Die Einen unter uns konnten beispielsweise den neuen STAR WARS kaum erwarten. Für mich, als Anhängerin der Ur-STAR-WARS, war dies kein Ereignis von Interesse.
Ich sass, seit Jahren der Abstinenz, auch mal wieder im Kino. Ich habe Annabelle Creation geschaut und mich gefragt, wieso man das Set aus Jeepers Creepers für diesen Schrottfilm recycled hat. Ich bin mit einer düsteren Vorahnung in Dark Tower gewesen und wurde, wie ich es erwartet hatte, bitter enttäuscht. Das ganze Jahr über hatte ich mich auf das Remake von Stephen King's IT gefreut und musste dann auch diesen Schrott als bittere Enttäuschung abschreiben. Immerhin hat sich JIGSAW gelohnt.
Ich hatte mich auf die Veröffentlichung von Open Water 3 - Cage Dive gefreut und musste auch diesen Film - trotz der hübschen Haie - als Schlafmittel abschreiben. 47 Meters down war da wesentlich besser - nur kennt den kein Schwein. 12 Feet Deep war mein Highlight in diesem Jahr (der Film soll aus dem Jahr 2016 sein, jedoch gab es ihn hier erst in diesem Jahr). Tobin Bell hat zwar nur eine kleine Rolle, dennoch! ist der Film genial!
Dann gab es da noch Get Out, der von mir eine IMDB-Wertung von 8/10 bekommen hat.
Die letzte frohe Filmbotschaft in diesem Jahr sollte mich dann Anfang Dezember ereilen, als Netflix die Veröffentlichung der langersehnten 4. Staffel von Black Mirror bekannt gab. Der 29.12.2017. Für mich war das der Tag des totalen Lockdowns! Es wurden keine Anrufe beantwortet, keine Nachrichten in WA gelesen oder verschickt. Ich war rund 6 Stunden vor dem Fernseher wie festgenagelt und zog den geplanten Black-Mirror-Marathon durch.
Mein Fazit: Die Staffel ist ok.


HIER FOLGT MEIN BLABLA ÜBER BÜCHER 2017

Auch in diesem Jahr wurden die Buchhandlungen wieder mit tonnenweise Büchern zugespamt. Das Meiste davon ist ohnehin Mist. Ich erinnere mich an Diskussionen ehe die Preisbindung fallen sollte. Eine Theorie war, es würden nur noch namhafte Autoren verlegt werden. Hahaha bei all dem Schund, der auf den Novapyramiden der Buchhandlung vorzufinden ist, war diese Angst unnötig.
Jack Ketchum hat uns mit SCAR ein Drama geliefert, obschon wir von ihm eigentlich Sadismus und Blutbäder gewohnt sind.
Richard Laymon, oder besser seine Werke, werden ja seit geraumer Zeit vom Heyne-Verlag exhumiert. Jedoch ist es bei ihm stets das Gleiche: ein halbnackter, muskulöser Tarzantyp mit gigantischen Genitalien schwingt eine Axt irgendwo in irgendwelchen Wäldern und überfällt prallbrüstige Frauen. Nein, von ihm habe ich nichts mehr gelesen, waren die letzten Bücher doch eine herbe Enttäuschung.
Yoko Ogawa... ich habe sie ignoriert. Zwar habe ich alle Taschenbücher von ihr, jedoch habe ich in diesem Jahr keines gelesen. Dies soll sich im kommenden Jahr ändern.
Frank FESTA hat auch wieder ein paar Bücher verlegt. Manche Menschen schwören auf seinen Verlag. Na ja... Bisher fand ich nur die Bücher von Patrick Senécal wirklich gut: 5150 Rue des Ormes und 7 Tage der Rache. Von ihm dürfte es mehr Bücher geben.
Dann habe ich von diversen Autoren Bücher gelesen, die allesamt nur ok waren. Und abschliessend hat uns Stephen King gezeigt, was für ein literarisches Schlafmittel entsteht, wenn er ein Buch zusammen mit seinem Sohn Owen King schreibt. Sleeping Beauties... weil all die hübschen Leser einschlafen, so stinklangweilig sind diese fast 1000 Seiten...


FERNAB VON MEDIEN...

Aufgrund einer mysteriösen und vorübergehenden Krankheit war ich gezwungen, meinen Japantrip zu verkürzen und betrat anstelle der Kabine einer wunderschönen B777 der holländischen KLM, die Notaufnahme des hiesigen (und nicht sehr kompetenten) Krankenhauses. Darüber habe ich bereits berichtet.
Wie dem auch sei, waren meine Ferien in Japan, welche ich auf Tokyo beschränken musste, äusserst kurz. Aus purem Frust über die Inkompetenz der Ärzte und meines Körpers, der mich zu verarschen schien, buchte ich mir dann das langersehnte Zimmer im PARK HYATT TOKYO. Manch einer von Euch, oh meine Leser, wird dieses Hotel aus dem wunderbaren Film Lost in Translation kennen.
Allein das auf meinen Wunsch hin extra vegan zubereitete japanische Frühstück war den gerade noch erschwinglichen Zimmerpreis wert. Und wenn man schon in einem 5-Sterne-Luxushotel absteigt, dann sind diese ca. CHF 55 fürs Frühstück nur noch Peanuts. Dennoch! Werde ich künftig nicht mehr dort absteigen. Aber, ich war endlich im PARK HAYATT TOKYO!
Die Zeit war knapp bemessen, dennoch vermochte ich es, für zwei Tage nach Nagoya zu reisen, um meine Freundin Dani zu besuchen.
Und gerade noch am letzten Abend traf ich mich mit dem Metal Dude. Vor mir lag eine schlaflose und dafür bierreiche Nacht.

Bei der Arbeit hat sich auch etwas getan. Ich mache nun endlich das, was mir Spass macht und was ich kann! Ich unterrichte Deutsch!
Ich hätte nie gedacht, dass Alles plötzlich dergestalt schnell gehen würde. Doch es ist geschehen und ich kann mein Glück noch immer kaum fassen.
Noch immer kann ich es kaum glauben, dass es nun soweit ist und ich nicht mehr länger auf einen langweiligen und zermürbenden Job angewiesen bin, zu dem ich täglich pilgern musste. Jobs, welche die Miete und die Rechnungen zahlen und nur dieserhalb ausgeführt werden, gehören endlich und für immer der Vergangenheit an!
Ich darf bei drei wunderbaren Sprachschulen als Lehrperson tätig sein, habe einen vollen Kalender und bereits eine neue und zusätzliche Aufgabe in der Administration bekommen.
Zuletzt habe ich mich in einem Job so wohl gefühlt, als ich bei Orell Füssli in der Buchhandlung am Bellevue in der Belletristik-Abteilung anfangen durfte. Noch deutlich erinnere ich mich an die beiden Vorstellungsgespräche und die darauffolgende Zusage. Die dortige Filialleiterin ist eine der besten Cheffinnen, die ich je hatte - wenn nicht gar die beste. Eine strenge und faire Frau mit einem Fachwissen sondergleichen. Es war im Mai 2014, als ich dort in meinem alten Beruf als Buchhändlerin angefangen hatte. Zuvor hatte ich meine Karriere in der Hotellerie an den Nagel gehängt, verbrachte einen Monat unter Kirschblüten in Japan (Tokyo, Kyoto, Osaka, Hiroshima, Miyajima, Kobe, Enoshima...), lernte dort fragwürdige Kreaturen kennen und startete voller Motivation und Ausgeglichenheit in eine neue Chance. Ursula, ich danke Dir, für die Chance, die Du mir damals gegeben hast.
Doch die Zeiten sollten sich ändern. Umstände veranlassten mich zum Gehen.
In meinem Bürjob, den ich 2017 noch innehatte, gab es tolle und auch düstere Momente. Ich denke, das gibt es überall. Ich habe neue Freundschaften geschlossen, andere beerdigt. Es ist gut so, wie es jetzt ist. Es war eine lehrreiche Zeit und ich bin wieder ein bisschen weiter gewachsen und habe an neuer Stärke gewonnen.
Ich kann ungelogen sagen: Ich bin zufrieden. Es geht mir blendend.

Ich freue mich auf das Jahr 2018! Ich werde Schüler aus 2017 wiedersehen und neue dazubekommen! Es wird sich eine ganz neue Chance auftun und ich bin stolz, Teil all dieser Sprachschulen zu sein und mit ihnen wachsen zu können.

«Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. 
Man weiss nie, was man kriegt»
– Forrest Gump





























WAS NOCH?

Da wir gerade bei tollen Filmen sind (Forrest Gump), komme ich nicht umhin an grosse, längst tote und von der Natur zersetzte Autoren zu denken. Für sie war das Jahr 2017 weit in der Zukunft. Manche prophezeiten uns Raumschiffe. Fliegende DeLoreans. Fliegende Skateboards genannte Hoverboards. Uns wurde eine Welt prophezeit, wie wir sie erstmals im Kindesalter in der Zeichentrickserie (aka Cartoon) Die Jetsons gesehen hatten. Viel hat sich verändert. Vieles ist noch gleich (die Dummheit der Menschen beispielsweise).
Die Welt hat sich schon immer im stetigen Wandel befunden und solange wir, die Homo Sapiens, sie nicht gänzlich vernichten (das wird früher oder später noch passieren, da habe ich keine Bedenken), wird sie es auch weiterhin tun.
Wenn ich währen könnte? Ich würde zurück in die 80er/90er reisen. Da war die Musik besser. Die Filme waren besser. Ich denke, die gesamte Menschheit war besser.
Die Welt wird mit jedem Tag ein bisschen wahnsinniger...

Dennoch! freue ich mich auf das kommende Jahr! Wir werden sehen, was wir zu ändern im Stande sein werden.

Wir sehen uns in der Zukunft.

Hochachtungsvoll
Eure Navi M. Gray


Ich schliesse mit einem Zitat, welches mir seit meiner Kindheit ein treuer Begleiter ist:



«Die Welt ändert sich so schnell,
dass wir laufen müssen,
um nicht zurück zubleiben.»
– Ian Malcolm

Donnerstag, 30. Juni 2016

Cyber-Bekanntschaft

Es gibt Menschen, mit denen man für einen Abschnitt seines Lebens zu tun hatte. Arbeitskollegen, Schulkollegen, Nachbarn... Man hatte (fast) täglich miteinander zu tun und freundete sich auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr, Pinterest, oder was es sonst noch so gibt, an.
Im richtigen Leben aka real life, verliert man sich aus den Augen, aber im Internet liked man Fotos und Beiträge, teilt und kommentiert. Dann, oh Schreck, steht man am Bahnof und sieht die Person nach geraumer Zeit wieder. Man ignoriert einander und hofft, die andere Person möge auch auf Modus Ignoranz schalten. Oder man würde gerne wieder einmal mit der Person sprechen, sieht jedoch die Abwehrhaltung. Blick gen Boden, oder aufs Smartphone. Man lässt es bleiben.

Finde nur ich das irgendwie seltsam?`

Dienstag, 3. Mai 2016

Mein pixelated oder half-blind Date in Ikebukuro

Bevor ich Euch mit meinem Reiseblog auf dem Laufenden halten kann, muss dies hier erst raus! Ja mir ist bewusst, dass ich seit meiner ersten Woche in Tokyo nicht mehr gebloggt habe. Wenn die Einträge online sind, wisst Ihr wieso ^_^

Jedenfalls spazierte ich zuvor durch die Nacht in den hellerleuchteten Strassen Gotanda's und da hörte ich im Hinterkopf den Typen aus Scream 2 sagen "Das ist heiss! Das muss raus!" und genau so verhält es sich mit meinem Erlebnis von vorhin. 70min habe ich es ausgehalten. Dann stand ich vor der Wahl:
a) Ich bringe mich um, um der Situation zu entfliehen
b) Ich bringe ihn um, um der Situation zu entfliehen
c) Ich gehe einfach

Pixelated Date? Half-blind Date? Gedanken zur Bezeichnung

Man spricht von einem Date, wenn man die Person schon einmal gesehen hat und weiss, wie sie aussieht. Man spricht von einem Blinddate, wenn man die Person noch nie zuvor gesehen hat und sich durch die Menschen fragen muss "Bist Du....?", was mir glücklicher- oder smarterweise noch nie passiert ist. Wie nennt man es, wenn man zwar drei Fotos gesehen hat, diese aber verpixelt waren? Spricht man dann von einem Pixelateddate? Oder einem Halfblinddate? Ich habe keine Ahnung. 
Und wieso zeigt man verpixelte Fotos? Und eines, das wohl vor 10 Jahren mal aufgenommen worden ist? Wieso tut man das? Denken solche Menschen nicht daran, dass man ihr Gesicht spätestens beim Date sehen wird? Wäre es da nicht besser, mit offenen Karten zu spielen? Ich sage ja auch nicht, ich wär "stick-thin". Gut, ich sage auch nicht, dass mein Arsch breiter ist, als auch schon, und dass man mit dem Fett aus meinen Oberschenkeln wohl eine Fastfood-Kette haushalten könnte (ok, so schlimm ist es dann doch nicht, aber Ihr kennt ja meinen Hang zur Dramatik!).

Hier die Anmerkung zu "Schönheit kommt von innen". Anton Szandor LaVey schrieb dazu in den Satanischen Essays "Ist Balsam für die Hässlichen." Meine Lehrlingsbetreuerin damals sagte etwa das Selbe. Sei ja schön und gut, aber wenn der Typ nicht gefällt (ich meine ihre Worte waren "chotzgrusig"), interessiert es dich auch nicht, ob er nett ist. Du sprichst gar nicht erst mit ihm und findest es so auch nicht heraus. Hart, aber wahr.

Soviel zur Vorbereitung... -_- "Typisch Frau"

Jedenfalls bin ich noch immer leicht angepisst. Bitte entschuldigt die Ausdrucksweise, oh meine Leser, aber anders kann ich es selbst in Deutsch nicht ausdrücken. Ich bin angepisst, weil ich mein Gesicht umsonst mit der BB Cream von Klairs eingeschmiert habe. Weil ich mein (bald zur Neige gehendes) Puder von Shiseido umsonst aufgetragen habe. Weil meine Augenbrauen heute kaum perfekter hätten gezeichnet sein können und so auch meine Lidstriche. Mein Pulli von Tommy Hilfiger hätte heute Premiere gehabt (er ist so angenehm weich und die Farbe schmeichelt mir). Ich habe 30min für die Wahl des richtigen Outfits aufgewendet und mir überlegt, ob ich mir nicht doch noch die Haare waschen soll. Faulerweise habe ich Letzteres bleiben lassen. Gestern ging ich gar in einem Anflug von Panik gen Daiba und kaufte für CHF... na ja jedenfalls für viel Geld, neue Klamotten, von denen ich glaube, dass ich zwei der drei Röcke niemals tragen werde. Ihr findet diese dann auf meiner Facebook-Seite "Navi's little wardrobe", die nach einer Aktualisierung schreit. In einer neuen Boutique (einfach weil es eleganter klingt, als "Laden" oder "Shop") kaufte ich mir einen weissen (die Farbe heisst eierschale oder creme) Pulli und eine Art "Wollemutz", der viel zu teuer war, aber er ist schön. Nur ob ich ihn je tragen werde, sei dahingestellt... Wir werden sehen. Ansonsten ist er ann auch günstig zu erwerben. Ja so wirds gemacht. Man kauft teuer ein und verkauft günstig, ganz im Sinne von Tenrikyo (aber dazu dann in meinem Reiseblog - gott aka Oyasama, diese Werbung immer!). Jedenfalls habe ich, bis auf das weisse Trägershirt unter dem Pulli nichts von den neuen Klamotten angezogen - was mich nicht einmal wundert...
Wie dem auch sei, ohne völlig arrogant klingen zu wollen, mein Styling war perfekt (auch ohne 3-Wetter-Taft). Besser hätte es gar nicht sein können und wofür? Für 70min des Umherwanderns in den überfüllten Strassen eines Ikebukuro's zur Golden Week. Mein Gesicht ist während des Schreibens noch immer angemalt, die Klamotten liegen auf dem Sofa und ich trage meine Zuhause-herumgammeln-Klamotten. Vor mir befindet sich ein riesiger Spiegel, in den ich während des Schreibens hin und wieder blicke um meine Augenbrauen zu betrachten. Ihr könnt schon lachen! Aber wer sich nicht jeden Tag die Augenbrauen nachzeichnen muss, hat keine Ahnung, wie das ist. Ja ich bin selbst schuld, ich weiss, dennoch ist es ätzend und wenn sie dann mal wirklich perfekt sind, dann schaut man sein Meisterwerk auch gerne an. Sollte ich eventuell noch Erinnerungsfotos davon machen?

Oh und ich bin angepisst, weil das perfekt gebügelte weisse Hemd um meine Aversion gegen Menschenmassen wusste und ich mich im Gedränge von Ikebukuro wiederfinden musste. DAS pisst mich am meisten an!

Treffpunkt 18:00 Ikebukuro Yamanote Line Track (düstere Befürchtungen...)

Da ich ja bekanntlich nie zu spät bin, stets zu früh (und daher IMMER auf Menschen warten muss), ging ich bereits 17:10 Uhr gen Gotanda Station und nahm die Yamanote gen Shinjuku und Co. 17:40 Uhr kam ich in Ikebukuro an und durfte also 20 Minuten auf mein Date warten, da dieses keine Minute zu früh antrabte. Ich stehe also da, am Ende des Bahnsteigs (um auch das deutsche Wort für "Track" oder "Noriba" mal verwendet zu haben) und warte auf mein Date, welches ich von zwei verpixelten Fotos kenne. Da ich 20 Minuten Zeit habe, hole ich mein Moleskine aus der Tasche und Folgendes habe ich ihm anvertraut (in meinem Moleskine steht alles in Schweizer Mundart, der Einfachheit halber hier ausgedeutscht): 
  • Eben hatte ich einen schlimmen Gedanken, was, wenn plötzlich irgend so ein alter Sack vor mir steht? Der so gar nichts mit dem Typen auf dem Foto zu tun hat? In dem Fall werde ich in hysterisches Gelächter ausbrechen und "bin dann mal weg".
  • Eigentlich ist es krank, was ich hier mache... oder? Oder nicht? Oh doch.
  • Bisher waren alle Menschen, die ich im Netz getroffen habe, ein riesen Reinfall. Das stimmt nicht. (und hier folgt eine Auflistung mit Menschen, die ich im Netz getroffen habe, die normal sind und mit denen ich heute noch befreundet bin)
  • Möglicherweise ist dies mein letzter Eintrag? In dem Sinne "adieu"
  • OMG hoffentlich ist es nicht der Typ da o_O Falls doch, habe ich Durchfall oder muss auf den Bus! HELP! - Phuuu Glück gehabt, er war es nicht. 
  • Eben ist mir der Gedanke gekommen, was wenn er mir gar nicht gefällt? Daran habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Haha zu spät! (Eigentlich nicht, er ist noch nicht anwesend, ich könnte noch immer in die nächste Yamanote steigen und weg war sie.)
  • OMG! OYASAMA!!! Der Typ sieht ja schon aus wie ein Serienkiller!!! SCHEISSE! Phuuu Glück gehabt, der wars auch nicht ^^ Hab ich Schwains
  • Ich fühle mich gerade wie Kate in "Friends with better lives". Die Folge, in der sie ein Blinddate hat und froh ist, dass sie nicht Susan ist. "Susan fährt auf jeden Fall im Kofferraum nachhause."
Ein Typ in strahlend weissem Hemd, mit Schlips aber ohne Jackett, schwirrt herum. Ich sehe kein Gesicht, erkennen würde ich es ja ohnehin nicht, da man sich im richtigen Leben nicht verpixeln kann, und warte, bin aber sicher, dass dieses Hemd (wäre perfekt für die Weisser Riese Megaperls Werbung) mein Date ist. Irgendwann steht das Hemd ganz dicht neben mir (Wieso nur muss ich in diesem Moment, an den Typen vom Kamoriver 2015 denken? "Excuuuuuse"). Ich hätte fast aufgeschrien vor Schreck. Er sagt nicht meinen Namen, nein, er hält mir sein Mobiltelefon (ganz richtig, noch eines von den Dingern, die man aufklappen kann) unter die Nase mit einem Bild von mir. Ich nicke - leicht irritiert. Was ist aus dem guten alten Anstand geworden? Sich vorstellen? "Ich bin das weisse Hemd. Du musst Navi sein." An der Stelle, kam meine Oberflächlichkeit erstmals an die Oberfläche (ja mir ist bewusst, wie das zu lesen ist... aber egal). Alles, was ich sehen konnte, war der Entenschnabel. Die Falten um die Augen und dieses käseweisse Gesicht... Meine Stimmung war im Eimer. Dennoch redete ich mir ein, nicht oberflächlich zu sein und so hatte ich folgendes stummes Mantra "Sieh darüber hinweg. Du bist nicht so oberflächlich. Du bist nicht so oberflächlich." 

NS: Ich nenne seinen Namen absichtlich nicht, da ich ja niemanden ächten will. Das Foto könnte ich allerdings posten, man erkennt ohnehin nicht viel -_^ Ich belasse es beim weissen Hemd. Der Name gefällt mir. Vielleicht sollte ich es ergänzen durch, "das perfekt gebügelte weisse Hemd" ^^

Ikebukuro Sky Circus - Sunshine 60 Observatory "Jesus"

Wir gehen also durch die Strassen von Ikebukuro wo ich mit Fragen gelöchert werde. Fragen, die ich bereits in unserem Chat via LINE beantwortet hatte zum Einen, Wiederholungen neuer Fragen zum Anderen. Wir betreten eine Rolltreppe und er verhandelt mit einem Guide etwas, weist mich an zu warten, er gehe Tickets kaufen. Wofür sollte ich alsbald erfahren... Während er die beiden Tickets kaufen ging und ich wie bestellt und nicht abgeholt wartete und vom Guide angeglotzt worden bin, hatte ich doch Zeit folgendes in mein Moleskine zu schreiben: 
  • Oh ich wünschte, er wäre der Serienkiller gewesen... x_x
Schliesslich haben wir eine Vielzahl Animateurinnen vor uns, die uns mit strahlendem Lächeln den Weg weisen. Ich versuche nicht allzu pissig auszusehen, denke allerdings nicht, dass es mir gelungen ist. Dieses Sky Circus Dings ist etwas für kleine Kinder, aber nicht für genervte Navi M. Grays. Angefangen mit einer Geschichte in Japanisch, von der ich herzlich wenig verstanden habe, und Monsieur weisses Hemd hat keine Anstalten gemacht, etwas zu übersetzen, weiter mit Flugzeugen und dann gings ab in den nächsten Raum, wo man sich in diversen Spiegeln begutachten konnte (ich will an der Stelle keine Sprüche hören, von wegen, da wär ich ja am richtigen Ort gewesen, wenn ich schon "sooo perfekt gestylt war" und meine Augenbrauen heute einfach perfekt waren). Immerhin gab es eine Aussicht über Tokyo bei Nacht. Wenn man allerdings schon Ropponghi Hills und den Skytree besucht hat, ist das auch nicht mehr so interessant. Weiter konnte man durch irgendwelche Löcher gucken und Kaleidoskope begutachten, oder man stellte sich unter zwei Regenschirme vor einen Bildschirm. Wir haben nichts von alldem gemacht, da mein genervtes Ich nur nach dem rettenden EXIT Ausschau hielt und zielstrebig darauf zuging. Er fragte mich, wie es war. Ehrlich, ich mag solche Sachen nicht. Was er wissen würde, hätte er bei unseren Unterhaltungen aufgepasst. 

Nachtspaziergang durch Ikebukuro "Do you like...? Oh really? I mean, really?"

Auf dieses recht enttäuschende, gut CHF 17 kostende Ereignis, wanderten wir durch die Strassen Ikebukuros, wo ich zum Fragebogen mutierte. Jede Frage begann mit "Do you like....?" Egal, ob ich ja oder nein antwortete, darauf folgte immer ein "Oh really?" gefolgt von einer kurzen Denkpause, gefolgt von einem "I mean... really?". Anfangs machte ich mir noch die Mühe auf alles zu antworten, bis es mir dann zu lästig wurde. Alle ca. 10 Minuten kam die Frage, ob ich hungrig bin. Nein. Ob ich etwas trinken möchte. Nein. Als ihm langsam aber sicher die Fragen ausgegangen sind, hat er einfach wieder von vorne angefangen: "So du magst also Hunde. Und Katzen?" "Ich mag alle Tiere." "Also du magst Hunde? Aber du hasst Katzen nicht?" "Wieso sollte ich?" "Aha. Du magst auch Katzen? Wirklich?" 
Was mich ja am meisten nervt, ist die Frage nach dem Essen. Ich habe mir abgewöhnt zu sagen, ich esse kein Fleisch, oder ich sei Vegetarier, Veganer, was auch immer. Um es den Menschen begreiflich(er) zu machen, sage ich, "Ich esse keine Tiere". Wenn mir dann noch jemand mit der Frage kommt, "Auch keine Fische?" dann ists einfach vorbei. Ich sage ja genau deswegen, ich esse keine Tiere, weil viele Menschen noch immer der Ansicht sind, man isst zwar weder Schwein, noch Kuh noch Hund, aber Fisch kommt auf den Teller. Sind Fische seit Neustem ein Gemüse? Oder Obst?Dann kam er mit der genialen Frage, die ich hier draussen noch öfters höre, als in meiner Heimat (früher, als vegan zu leben noch nicht trendy war), "Du isst nur Gemüse?" Mein genervtes Ich antwortet dann in angemessenem Ton (angemessen für das genervte Ich, nicht für angemessen für den Fragesteller) "Nein. Ich esse einfach keine Tiere." Manch einer ist damit recht überfordert. Man könnte meinen in Japan bestehe ein Essen nur aus Fisch, Fleisch und Gemüse. Meines Wissens nach kommt zB. Tofu aus Japan... aber egal. 
Am schlimmsten war aber diese Gestikuliererei! Es war ihm nicht möglich zu sagen, hier links über die Strasse, nein, er holte mit seinem Arm aus, malte eine grosse Kurve in die Luft und deutete nach links. Im Lift/Fahrstuhl/Aufzug (darf ich an der Stelle "Fahrstuhl des Grauens" verwenden? denn für mich war es grauenvoll) steckte er beide Finger in die Ohren, gab seltsame Laute von sich und grunzte ein "Ah ears!", wegen dem bisschen Ohrendruck. Dies sowohl beim hoch- als auch beim runterfahren. Ich habe mich gar nicht fremdgeschämt... Wieso auch? Ich dachte wirklich, ich hätte die Zeiten des Fremdschämens hinter mir gelassen, aber dem ist definitiv nicht so. Vor Allem dann nicht, wenn andere Menschen, die sich ebenfalls in diesem Aufzug befinden, bestimmte Blicke zu werfen... 

Wieso treffe ich immer auf solche Leute??? (Weil Du sie online triffst? XD)

Dann erzählt er mir erneut, dass er keinen Alkohol trinkt, fragte mich aber, via LINE ob Alkohol in Ordnung wäre? WTF o_O Soll ich alleine eine Flasche Rotwein aussaufen und er schaut zu? So weit kommt's noch. 
Er erzählt mir ausserdem, dass er nicht kochen kann und mich bewundert, da ich es offenbar kann. Klar. Er kann kein Messer in die Hand nehmen, weil er sich als Kind mal geschnitten hat. Oookey? Ich habe mir als Kind auch mal die Finger auf diesen alten verdammten Herdplatten verbrannt, bin aber dennoch in der Lage mittels Herd zu kochen. 
Ausserdem habe er Angst vor Feuer. Er habe als Kind mal mit Feuer gespielt und sein Vater (der übrigens Alkoholiker war/ist) sei böse geworden und habe ihn irgendetwasunversändliches mit Gestik auf Haar und Gesicht. Hat er mir von einer Misshandlung erzählt? Wenn ja, wieso tut er das? 

Nach 60min wieder beim Bahnhof (und die Erkenntnis: Ich bin oberflächlich)

Wir sind dann wieder beim Bahnhof angekommen und ich habe gefragt, was wir noch machen. Er fragte, ob ich zum Tokyo Tower möchte. Nein. Ob ich zum Skytree möchte. NEIEN. Zuvor hatte er mich schon gefragt, als wir in weiter Ferne den Tokyo Skytree gesehen hatten, ob ich schon einmal da gewesen sei. Ja. Oh, wirklich? Ich meine, wirklich? JA! War allerdings enttäuschend und ist reine Zeit- und Geldverschwendung. Wieso sollte ich dann nochmals da hingehen wollen? 
Wir stehen also da, so mitten vor dem Bahnhof inmitten von Menschenmassen und ja. Stehen einfach da. Dann fragt er, ob ich schon einmal bei einem gewissen Tempel, dessen Namen ich vergessen habe, gewesen sei. Nein. Ob ich schon da in der Nähe gewesen sei. WTF?! Ob ich dahin gehen möchte. Sei in der Nähe von Shinagawa. Nein.
Er hat mich auch gefragt "Do you like Donkey Hotel?" Was antwortet man auf diese Frage? Ist in etwa so, als fragte ich Euch, oh meine Schweizer Leser, "Hey magsch de Coop?" oder für jene aus DE "Magst Du Aldi?". Im Fall Coop könnte man noch antworten, "Nei ich be es Migroschend!" oder bei Aldi könnte man ja noch entgegnen "Ich ziehe Lidl vor", aber zum Donkey Hotel gibt es einfach KEINE Alternative. Es ist ein riesiger Supermarkt. Soll ich sagen, "in meiner Freizeit lese ich gerne und verbringe viel Zeit im Donkey Hotel"?
Ob ich ok sei. Und an der Stelle hörte ich mich sagen, "Nein, ich bin angepisst.". Hinter einem Pfeiler suchte ich nach meiner Suica und verliess seine Erzählung (wenn er denn auch eine hat) durch das Ticketgate, über die Treppe hinauf zur Yamanote Line gen Shinagawa und mit mir die Freude darüber, dass er mir nicht gefolgt ist. 

Nun zur Erkenntnis. Ich kann nichts dafür. Es ist keine Absicht, aber ich bin oberflächlich. Denn, als wir so da vor dem Bahnhof gestanden haben, vom Neonlicht perfekt ausgeleuchtet, war mein erster und längster Gedanke folgender: 
  • Wenn wir uns eventuell hier fortbewegen könnten?! Bei diesem Licht sieht mich jeder mit dir! 
Ihr mögt mich nun für ein Arschloch halten, dann sei es eben so, aber es entspricht der Wahrheit. 
Hätte ich über den Entenschnabel, die Falten, die käseweise Haut, das schüttere Haar und die seltsame Gestik hinwegsehen und Freundschaft schliessen können? Ganz entschieden nein. Schon allein die Tatsache, dass er sehr dicht neben mir hergegangen ist und mich bei jeder Gelegenheit gestreift hat, was mich fast in den Wahnsinn getrieben, ist der Abscheu genug. Ich hatte mir echt überlegt, ob ich wie wahnsinnig zu schreien anfangen soll. Habe es dann aber gelassen. 

Ifi, mein Nachbar, den ich in Kyoto hatte, erzählte mir, der beste Weg, um aus einem miesen Date herauszukommen und sicher zu stellen, dass sich die Person nie wieder bei einem meldet ist, zu sagen man habe Durchfall. Ich überlegte mir ernsthaft, so etwas zu sagen... 

Dann fragte ich mich, wozu ich mir Gedanken um meine Haare gemacht habe, die mittlerweile fettig sind. Wieso ich die perfekten Augenbrauen quasi verschwenden musste? Immerhin ist mein Tommy Hilfiger Pulli so endlich mal rausgekommen. Schön für ihn.  

Brauchst du eine Louis Vuitton Tasche?

Das Merkwürdigste überhaupt und das gleich zu Beginn des Abends. Wir stehen vor dem Louis Vuitton und er fragt, ob ich shoppen gehen möchte. Wenn ja, soll ich ihm sagen, was ich brauche, er würde bezahlen. W-w-w-as?! Nein, danke. Er deutet auf das Louis Vuitton Geschäft und fragt allen Ernstes, ob ich denn keine neue Tasche brauche. Hätte ich ihm an der Stelle sagen sollen, dass ich nicht mal eine LV Tasche haben möchte, wenn es die letzte Tasche auf Erden wäre? Was soll das? Nein danke. Oh really? I mean, really? Ich sei einzigartig (das durfte ich 5x hören). Jede Frau liebt Shopping und Taschen. Danke. Ich habe eine Tasche wie man sieht. Aber nicht Louis Vuitton. Nein, ich bevorzuge Moschino oder Calvin Klein, oder COACH (Letztere besonders als Special Edition von Anna Sui, genannt Dragonfly, die ich mein Eigen nennen darf - eBay sei Dank. Hach ja, das ist wahre Liebe...) 
Er ist Buchhalter und verdient offenbar gut, aber sorry, so nicht. Wie verzweifelt kann man denn sein? 
An der Stelle möchte ich festhalten, ich bin definitiv nicht auf Geld aus, aber bin ungeduldig und oberflächlich. Klar würde ich gerne in Tokyo bleiben - aber nicht bei einem merkwürdigen und derart verzweifelten weissen Hemd, das bereits vor Einsamkeit trieft. Nein Danke. 


Allein in Gotanda - meine Gedanken, der schwarze Fluss und ich

Ich dachte, mein Styling ist zu perfekt, als das ich schon nachhause gehen könnte. So spielte ich mit dem Gedanken, mich ins HUB zu setzen und ein irisches Bier zu trinken. Ferner spielte ich auch mit dem Gedanken, mir ein zwei drei Bierchen im Supermarkt zu kaufen, mich aufs Hausdach zu setzen und dort allein zu trinken. Dies erschien mir dann aber ZU armselig, obschon das Dach eine wunderbare Aussicht bietet. Erst gesellte ich mich zu all den Einzelgängern, die auf Ego am Geländer lehnten und hörte dem einen Typen zu, der vor dem Bahnhof sein Equipment aufgebaut hatte und irgendwelche Schnulzen gesunden hat. Singen kann er, das muss man ihm lassen. 
Nach gut 30 Minuten ging ich am HUB vorbei und machte einen grosszügigen Umweg zum Supermarkt. So ein Nachtspaziergang ist doch etwas wunderbares! Bei der Brücke blieb ich stehen und betrachtete die Wolken am purpurnen Himmel, die es eilig hatten, vorbei zu ziehen. 
Ich kam nicht umhin mich zu fragen, was mir das Schicksal (in solchen Situationen auch unter dem Namen Arschloch bekannt) sagen will? Lebe ich wirklich nur, um andere (Euch, meine getreuen Leser) mit meinen Erlebnissen zu belustigen? Wer weiss... 
Jedenfalls verweilte ich eine Zeitlang dort mit Blick ins Wasser, wo sich etwas bewegte, was mich an "Das Floss" von Stephen King erinnerte, sich dann aber als Wind auf der Wasseroberfläche herausstellte. Zwei Typen gingen an mir vorbei, der einte wollte mich fragen, ob ich was trinken gehen wolle, sein Kumpel hat meinen finsteren Blick gesehen und ihn weggezogen - Ich hab's noch drauf ^_^ #yeah! 

Morgen treffe ich mich mit einer anderen Gestalt - in (bitte entschuldigt die Wortwahl) fucking SHINJUKU!!! Dem Stadtteil von Tokyo, in dem ich nebst Shibuya und Harajuku am wenigsten gerne sein möchte. Wir dürfen also gespannt sein, was der morgige, doch recht windige Tag, bringen wird ^^ Euch wünsch ich viel Spass - denn ich zweifle daran, dass ich meinen Spass haben werde... 

Hier in Tokyo ist es mittlerweile 00:40 und ich gehe jetzt meine perfekten Augenbrauen abschminken und mache mich bettfertig. 
Gute Nacht Euch

Und um dem Frausein gerecht zu werden: Ohje, was ziehe ich morgen bloss an?! Ich habe NICHTS anzuziehen!!! haha

Samstag, 2. April 2016

W 13/2016 | NEWS

- Travel the world - 2016/04/02

Samstag, 26. März 2016

Lügner! "Was lüüügsch?! Was lüüügsch?!"

Wann ist es eigentlich aus der Mode gekommen, die Wahrheit zu sagen?
Gab es da eine Abstimmung? Eine Versammlung, auf der das beschlossen wurde und die ich dann wohl verpasst habe, weil es nur im Blick am Abend annonciert wurde?

Mein guter und liebster Freund Sevimaus pflegt, etwas lauter zu sagen "Was lüüügsch? Was lüüügsch? Du Lüüügi!"
Das gefiel mir dergestalt gut, dass ich es gleich klauen musste.
Kürzlich habe ich gelesen, dass Schweizer NIE von "Freunden" sprechen. Schweizer hätten NUR "Kollegen". Lieber Verfasser, dieser Absurdität, dies ist falsch. Ein Schweizer unterscheidet nur ganz klar zwischen Freunden und Kollegen. Kollegen sind Menschen, mit denen man ein Bierli trinken geht. Oder mit denen man etwas unternimmt. Menschen, die man mag, mit denen man gerne Zeit verbringt. Freunde sind Menschen, die oft das ganze Leben lang da sind. Mit denen man über alles reden kann.

In meiner Welt belügt man weder Freunde noch Kollegen.

Sonntag, 8. November 2015

Störungen beim Lesen & Schreiben

Die meisten Menschen begreifen nicht - oder verstehen nicht, dass man jemanden nicht stört, der ein Buch liest. Oder der schreibt.
Es ist ganz normal, dass man mit dieser Person zu sprechen beginnt. Kommuniziert sie jedoch via Whatsapp darf auf gar keinen Fall gestört werden.
Wieso denken, die Leute, es sei im Fall des Lesens und dem des Schreibens in Ordnung?

Während des SVEB-Kurses zB. ergab sich folgendes Szenario:
Ich sass vor Unterrichtsbeginn am Tisch und las in Quinn's "Ismael". Kam da eine Kursteilnehmerin, wir nennen sie F, setzte sich neben mich und begann auf mich einzureden.
Ich ignorierte sie, denn Ismael war zu spannend. Sie hörte nicht auf zu reden. Irgendwann dann, stoppte sie und meinte, mein Buch müsse aber spannend sein. Ich ignorierte sie weiterhin. Als der Unterricht begonnen und ich das Buch weggelegt hatte, beugte sie sich zu mir rüber und meinte, ob ich sie nicht gehört hätte? Ich sei ja dergestalt in mein Buch vertieft gewesen, dass ich gar nicht mitbekommen hätte, dass sie mir was erzählt hat.
Ich entgegnete, ich hätte es mitbekommen, aber bewusst ignoriert. Ich war beim Lesen.
Natürlich konnte sie das nicht verstehen...

Genauso verhält es sich beim Schreiben. Ich arbeite derzeit an einem Manuskript plus ich schreibe Kurzgeschichten und Blogeinträge. Natürlich arbeite ich dann mit meinem Macbook Air, in violetter Schutzhülle ^_^
Ich arbeite an etwas. Selbst wenn die Leute sehen, dass ich nicht Bilder bearbeite - eine Beschäftigung, bei der man sehr wohl reden kann - sondern schreibe, stören sie mich. Sie stören mich unentwegt und überall.
Jack hat in Kubrick's Adaption von Stephen King's Shining die passenden Worte für Wendy, als sie ihn beim Schreiben stört:



An der Stelle möchte ich anmerken, dass ich das nicht so elegant lösen kann, wie Jack. Erstens klingen die Tasten des Macbook Air viel zu sanft und ich habe auch kein Papier, das ich zerreissen oder zerknüllen kann.
Möglicherweise finde ich ja ein paar Soundeffekte via Google?

Liebe Menschen, wenn jemand schreibt oder liest, dann möchte er nicht gestört werden. Nehmt Euch das bitte zu Herzen.
Die Ironie hier ist, dass eigentlich nur Menschen, die Bücher lesen, auch meine Blogeinträge lesen, also spreche ich die Falschen an.... 

Samstag, 7. November 2015

Ein Tag allein in Nagoya (oder in der TWILIGHT ZONE)

Tadi verliess das Apartment heute früh, wegen... ja wieso denn eigentlich? (Das erfahren wir möglicherweise im letzten Akt meines geplanten Romans darüber...)
Ich blieb zurück, schlief aus und mobilisierte alle Kräfte, um mich vom Futon zu erheben. Der Tag ist finster. Ununterbrochen fällt der Regen. In Japan haben die Shopping Malls und Supermärkte auch Sonntags geöffnet.
Eigentlich wollte ich ja zur Mall, um mir zwei Pullis zu kaufen, die ich gestern beim Vorbeigehen gesehen habe. Aber heute habe ich so gar keine Shoppinglust. Vielleicht morgen?
Tadi gab mir noch eine Beschreibung, wie ich zum Supermarkt komme. In der Tat, absolut leicht zu finden. Der Supermarkt. Vom Rückweg spricht hier jetzt noch niemand...

Im Supermarkt

Ich liebe die Supermärkte Japans. In der Schweiz hat man die Wahl zwischen Papptofu und Bio Papptofu. Für japanischen Tofu muss man sich gen Asialaden verfügen, wenn man denn einen in der Nähe hat... Und selbst dieser ist nicht vergleichbar...
Jedenfalls stand ich plötzlich vor einem Tofuregal mit 8 verschiedenen Sorten/Marken... Keine Ahnung, nehmen wir mal einen mit. Auch beim Aburaage stand ich vor einer immensen Auswahl...
Eine Einkaufsliste hatte ich keine, ich wollte sehen was es gibt.
Eingekauft habe ich fürs heutige Abendessen, das ich kochen werde:
- frittierte Tofuecken
- Pak Choi
- Wasserspinat
- Kräuter
- Mochi
- Wakame
- Tomatensaft
- Udon
- Frühlingsziebeln
- Tofudeko, deren japanischen Namen ich nachher erfragen werde
- Enoki (diese kleinen dünnen weissen Pilze)

Es wird eine Suppe/Eintopf geben: vegan japanisch

Jedenfalls hatte ich irgendwann alles beisammen, der Einkaufskorb schien immer schwerer zu werden, und suchte noch nach meiner Mandelmilch, fand ein Getränk aus braunem Reis, das nicht wirklich gut geschmeckt hat, schliesslich eine 1L-Gugge Mandelmilch und war dann noch so wahnsinnig eine 2L Flasche Grüntee mitzunehmen. Ich trage gerne schwere Taschen nachhause... -.- Nebenbei habe ich mich von meiner Begeisterung für Tim Burton und Merchandise hinreissen lassen, und habe für rund CHF 5,50 eine Willy Wonka Schokolade gekauft. Wie geahnt, schmeckt sie nicht besonders gut. Ja, ich bin Schweizer! Ich bin verwöhnt von Lindt, Camille Block und Sprüngli! Immerhin schmeckt der Matcha-Baumkuchen ausgezeichnet ^_^
Was ich sehr speziell finde ist, dass die Äpfel einzeln verpackt werden... Muss diese Woche nochmals hin und ein paar Fotos machen (u.a. von diesem Snack mit den ganzen getrockneten Fischen... urks).

Mir tränte beinahe das Auge vor Freude, als ich den Basil Seed Drink entdeckt hatte! Die Flasche steht ungeöffnet neben mir. Ich habe mich mit dem Mittagessen etwas übernommen... *hust*

Jedenfalls stand ich an der Kasse und die Kassiererin stiess ein überraschtes "sugoi" (grossartig, super, cool, etc) aus. Sie deutete auf den Chasen (Holzwerkzeug zur Zubereitung von Matcha. Bei mir heisst er Matchabesen) und das Matchapulver und fragte, ob das für mich sei. Ich bejahte, worauf sie ihre Kollegin anstiess und ihr das mitteilte. Diese grinste und meinte, sie bekomme das einfach nicht hin mit der Matchazubereitung. Ich entgegnete, dass es bei mir auch eher vom Glück denn vom Können abhängt. Ich glaube, der Kunde hinter uns, fand das weniger amüsant, wie wir so lachten. haha
Jedenfalls hat dieses Gespräch, etwas Sonne in diesen doch gar finsteren Tag gebracht ^_^
Wie ich beim Packtisch stehe, frage ich mich, wo die Plastiktaschen sind. Es ist neu, dass man für die extra zahlen muss, und sie an der Kasse bekommt. Ich gehe zurück und frage die herzliche Kassiererin, wo denn die Plastiktüten wären. Sie versteht, Kartonbox und begleitet mich zu den Kartonboxen. Ähm nein. Plastiktasche. Aha! Ja so eine kostet 5 YEN, also knapp 5 Rappen. Ich nehme zwei der Taschen und komme beim Einpacken meiner Einkäufe zum Schluss, dass ich wirklich an meiner Aussprache arbeiten muss... WIRKLICH!
Immerhin kann ich mich verständigen... Juuu
Und sollte ich wirklich das nächste Halbjahr bei meinem Tadi verbringen, werde ich der Zeit genug haben, mich einer besseren Aussprache zu befleissigen. Und eines umfangreicheren Vokabulars natürlich auch -_^

Navi versagt als Navi und durchquert die TWILIGHT ZONE

Ich verlasse den Supermarkt, freue mich, dass Tadi's riesiger Regenschirm noch im Schirmständer steht und verfluche mich über die vielen Lebensmittel. Zwei schwere Taschen und einen Regenschirm gibt es zu tragen. Regenschirm in der Linken, Taschen in der Rechten schreite ich durch den Regen und merke nicht, dass ich irgendwo in die TWILIGHT ZONE eingebogen bin. Ich wechsle Taschen und Schirm, da meine Finger abzusterben drohen, aufgrund der einschneidenden Begegnung mit den Griffen der Plastiktasche. Es schüttet heftiger als zuvor. Ich werde mit nasser Hose zuhause eintreffen. Die Gegend kommt mir gar nicht bekannt vor und irgendwie doch, weil hier alles ziemlich gleich aussieht. Wo ist die Steigung? Die Strasse macht eine leichte Steigung. Ich bin falsch. Ich muss hier einfach falsch sein. Wo ist der 7i? Ich habe keinen 7i passiert, oder habe ich? Wer weiss das schon? In der TWILIGHT ZONE ist alles möglich. Ich gehe zur Hauptstrasse und realisiere, dass sich Tadi's Adresse lediglich im Speicher meines iPhone 5S befindet, jedoch nicht in meinem Hauptspeicher, meinem Gehirn. Ich könnte noch nicht mal jemanden nach dem Weg fragen, da iPhone (ausgesprochen, wie geschrieben, denn sie heisst so) zuhause liegt und sich eine Stromkur gönnt.

Die Hauptstrasse ist von gelb leuchtenden Ginkos gesäumt. Was für ein schöner Anblick. Gottverdammt sind die Tüten schwer! Die eine hängt nun in der Armbeuge der rechten Hand, mit der ich auch den Schirm halte, die andere trage ich in der linken. So gehts einigermassen. Wo ist "Under the Dome"? Mein Orientierungspunkt! Nirgends. Ich könnte ja wieder zurückgehen, aber mein Orientierungssinn sagt mir, dass das noch länger dauern würde. 
Wie kann mir das passieren? Der Frau, die alles zuvor mit Streetview abläuft. Die sich diverse Wegpunkte merkt, damit ihr genau das nicht passiert! Wundervoll! 
Schliesslich sehe ich "Under the Dome" und gehe auf Chester's Mill zu. Und da ist die Shopping Mall. Ich stehe direkt davor und gehe nach links, denn nach rechts. Wieso? Ich weiss, dass ich falsch bin. Und die Taschen haben an Gewicht zugelegt. Ich gehe den Weg zurück. Gehe zur Kreuzung. Sehe den 7i und die Abzweigung zum Supermarkt. Wo bin ich falsch abgebogen? Einen Moment stehe ich da und versuche daraus schlau zu werden. Aber, und jetzt ohne Scheiss, meine Route ist fernab jeglicher Logik. der Supermarkt ist links. Die Shoppingmall rechts. Ich bin aus dem Supermarkt rausgegangen, die Strasse entlang, die ich gekommen bin. Wäre ich rechts (Westen) abgebogen, wäre ich nicht von (Süden) zum Supermarkt gekommen, sondern von der Parkhausseite. Wäre ich links abgebogen, wäre ich nachhause gekommen. Wäre ich geradeaus gegangen, wäre ich dorthin gekommen, wo ich gestanden habe und wäre von vorne (Norden) an der Shoppingmall vorbei nach Süden gegangen. Also den Weg zurück, den ich gekommen bin. 
Es ist unmöglich, dass ich von Süden her zur Mall gekommen bin. Es ist nicht möglich. Ich hätte die Mall passieren oder so grosszügig umgehen müssen, dass es mind. 30min gedauert hätte und selbst dann, ergibt es keinen Sinn. 
Das zeigt definitiv nur eines: Ich war wirklich in der TWILIGHT ZONE! Sie existiert!


Mittwoch, 4. November 2015

Das Internet ist voll von Psychopathen

Wir schreiben den 5. November 2015. Wir leben in einem Zeitalter, in dem Autos fliegen können und wir anstelle von Skateboards Hoverboards benutzen, um vorwärts zu kommen. Unsere Haustüren lassen sich per Fingerabdruck öffnen und Pizza Hut hat eine Pizza erfunden, die beim Backen um ein Vierfaches grösser wird. Pepsi hat Cola ausgestochen, Hunde gehen ohne Herrchen Gassi und wenn wir zufälligerweise in einen Teich fallen, trocknet unsere Kleidung von selbst. Keiner hat ein Smartphone in der Hand. Keiner hat einen iPod oder geschweige denn die weissen Stöpsel in den Ohren, keiner hat überteuerte Beats by Dr. Dre auf dem Kopf oder nutzt das Internet. Das Internet existiert gar nicht.  Jetzt wissen wir, dass etwas nicht stimmt...

Im richtigen Jahr 2105 hat man sich nicht viel zu sagen. Trifft man sich mit Freunden, sitzt man zwar in der Gruppe da, aber jeder schaut auf diesen kleinen Bildschirm, den er in der Hand hat. Hören will man ohnehin nichts, das signalisieren die Kopfhörer...
Aber, das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Es bestimmt unser Leben.
Wir können einen ganzen Nachmittag auf der Webseite von Zalando verbringen und Kleidung und Accessoires einkaufen, die uns dann portofrei zur Anprobe zugeschickt werden. Kosmetikprodukte aus Japan bekomme ich bei Amazon, Produkte von Shiseido bei easycosmetic. Bestelle ich wieder Produkte für über CHF 300,- sperrt man meine Kreditkarte, weil man denkt, es handle sich um eine seltsame Transaktion. Wer kauft schon Kosmetika für über CHF 300,- ein? Guter Mann, eine Frau, die das dreissigste Lebensjahr erreicht und der rapiden Hautalterung entgegenwirken will!
Jedenfalls können wir sogar Lebensmittel im Internet einkaufen, die einem noch am selben Tag geliefert werden.
Wollte man sich früher eine Pizza bestellen, war man gezwungen dort anzurufen. Dank Foodarena, bestellt man sich die Pizza mit ein paar Klicks online.
Fahrpläne finden wir online, Veranstaltungen, Flüge, Hotels... Ja gar unsere Bankgeschäfte wickeln wir online ab.
Wir sparen uns auch die Briefmarken, in dem wir Emails verschicken. Wer heiraten will, sucht sich online auf der Webseite einer Vermittlungsagentur jemanden aus. Oder man trifft sich online auf Seiten wie Paarship...
Wenn wir eine Fremdsprache lernen wollen, können wir dies auch online machen. And here we go!

Seit kurzem unterrichte ich Deutsch über eine Webseite. Allerdings bekomme ich da kaum Studenten, weil die Deutschen Preisdumping betreiben. Sorry, ich bin Schweizer und unterrichte auch online zu einem Schweizer Lohn. Welcher geistig gesunde Mensch, unterrichtet 45min für CHF 5,-?
Jedenfalls bin ich noch auf einer anderen Webseite angemeldet, wo es um Sprachaustausch für Japanisch geht. Und dort habe ich den Musiker kennen gelernt.

Immer wieder fragen mich die Leute, "Wo hast du ihn kennen gelernt? Im Internet??? o_O" und fallen dergestalt rapide ins Loch, dass man nicht einmal mehr ein rettendes Seil hinterher werfen kann. Ja. Im Internet! Herzlich willkommen im RICHTIGEN Jahr 2015!
Aber im Internet wimmelt es von Psychopathen!
Korrekt! Das passt ja dann perfekt... Moment ich schnall kurz meine Zwangsjacke zu...
Ich könnte in einem Vorgarten verscharrt werden - ja. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem das passiert mit jemandem, den man beispielsweise in einer Bar kennen gelernt hat, ist allerdings grösser. Ich müsste mich schwer täuschen, dass Ted Bundy damals mit einem Smartphone unterwegs war, und Frauen im Chat kennengelernt, sich mit ihnen getroffen und sie dann verstümmelt hat. Ted Bundy machte das noch ganz altmodisch. Oder Jeffrey Dahmer? Der ging gern in Clubs, nahm jemanden mit nachhause und die Person ward nicht mehr gesehen...
Wenn wir schon dabei sind, die 33 Leichen junger Männer, die man aus John Wayne Gacy's Keller exhumiert hat, verfügten auch noch nicht über einen Internetanschluss. Vielleicht hatte einer einen alten Atari zu hause, wer weiss... Aber keinen Internetzugang, keinen Chatroom, etc...

Ja liebe Leute, die Welt vor dem Internet schon voll von Psychopathen...